Die Anderen

Die Anderen

Personalmangel ist bei der Gemeinde Wien kein neues Phänomen. Neu ist meiner Meinung nach aber die Art wie damit umgegangen wird. Von einigen Erlebnissen und Vorfällen die von KollegInnen an mich herangetragen werden, möchte ich kurz berichten.

In manchen Bereichen und Stationen im Haus werden Nachtdienste so gestrichen, dass manchmal nur noch eine Person im Dienst ist. Es werden hier zum Glück keine Versetzungen oder Auflösungen der Dienstverträge angestrebt, sondern die Arbeitszeit vermehrt auf Tagdienste verlegt.
Darauf, dass einige Tätigkeiten, wie das Umbetten instabiler PatientInnen, nicht gefahrlos alleine durchgeführt werden kann, wird keine Rücksicht genommen. Bei den MitarbeiterInnen entsteht hier außerdem ein nicht unwesentlicher finanzieller Schaden durch das Entfallen der Nachtdienste.
Da die Planung der Personalreduzierung auf dem Papier stattfindet, fehlt meiner Meinung nach oft der Bezug zur Realität. Im Unterricht habe ich einmal gelernt, dass eine Universitätsklinik wie das AKH die Aufgabe der Bedarfsdeckung hat. Die medizinische Versorgung muss hier nach allen Regeln der Kunst abgedeckt werden und das 24 Stunden & 365 Tage im Jahr. Klar ist, dass mit so einem Auftrag kein Gewinn erwirtschaftet werden kann.

Die Anderen?

Momentan gibt es eine Fülle an Sparansätzen die nur darauf warten verwirklicht zu werden.
Es wird in manchen Bereichen laut darüber nachgedacht die überlappenden Dienstzeiten einzusparen. Der Nachtdienst würde dann um sieben Uhr morgens den Arbeitsplatz verlassen und das Tagdienstteam erst um 7:30Uhr eintreffen. Dabei ist einiges an Gefahrenpotential vorhanden. Auch hier konnte mit den Worten „meistens passiert ja eh nichts“ und „man muss in dem Fall halt die Anderen holen“ vom Vorgesetzten durchaus die Lage entschärft werden.
Wenn ein Mitarbeiter die Gefahren aufzeigt, die sich durch solche Personalreduktionen ergeben, wird ihm meistens empfohlen die „Anderen“ zur Hilfe zu holen. Wo sich diese Anderen, die genau in solchen Situationen zur Hilfe eilen sollen befinden, konnte ich noch nicht herausfinden. Wahrscheinlich verlässt sich der Vorgesetzte darauf, dass Mitarbeiter meist schon vor ihrer offiziellen Dienstübergabezeit vor Ort sind und den Notfall dann versorgen. In diesem Fall sind wir alle potenziell die Anderen.

Bereitschaft und Auslastung

AbteilungsleiterInnen die versuchen gegen Personalabbau zu intervenieren wird seitens der Direktion mit „Totschlagphrasen“ geantwortet. Diese bekommen dann Sätze zu hören à la „Wenn Sie einen Installateur für 5 Stunden Arbeit brauchen, zahlen sie ihm auch keine € 40.- oder?“
Ich finde den Vergleich mit dem Installateur unpassend. Vielmehr passt hier die Feuerwehr. Genau wie wir sind sie für den Fall der Fälle bereit und sollten kein schlechtes Gewissen haben, wenn die Auslastung nicht entsprechend ist, d.h. wenn es einfach einmal nicht brennt. Diese oder ähnliche Vergleiche werden meist vom Vorgesetzten mit den Worten: „Ich kann das schon nicht mehr hören.“ abgetan.
Jeder der schon einmal einen 24h Notruf für Installateure in Anspruch nehmen musste, wird sich nach dem Wasserschaden und dem Stress auch an die Kosten erinnern, die das Ausrücken so eines Retters verursacht hat.

Bsp. für  Kosten:
Installateur-Notdiensteinsatz
Günstige Preise:

ab € 84,- per Technikerstunde,

€ 46,- per Helferstunde,

€ 35 KfZ-Pauschale fix, zuzügl.
20% MwSt.
Jede weitere angefangene 1/2 Arbeitsstunde kostet nur  € 42,00 zuzügl. 20% MwSt

Wochenend- und Nachtdienstzuschläge bis maximal 100%, dh. € 168,- per Technikerstunde + KfZ Pauschale 35,- zuzügl. 20% MwSt

Im Vergleich bekommt eine diplomierte Pflegeperson, in K4 und Spezialbereich ca. € 15.- Stundenlohn bei andauernder Anwesenheit. Das wäre brutto grob die Kfz Pauschale.
Das beweist nur, dass der Vergleich mit dem Installateur etwas an den Haaren herbeigezogen ist.
Einen weiteren interessanten Punkt findet man im Nachtschwerarbeitergesetz. Da wird davon ausgegangen, dass überwiegend – also zumindest ein Drittel des Nachtdienstes – Arbeitsbereitschaft vorliegt. Dieses Gesetz wird eines Tages für die Berechnung unser aller Pensionen herangezogen.

Wie sind deine Erfahrungen mir „den Anderen“?

Hast du sie schon einmal gesehen oder mit ihnen zusammengearbeitet?
Sind meine Sorgen unbegründet?
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uns an: info@herzschlag.org
Überlastung

Überlastung

Vor allem für ältere KollegInnen ist die derzeitige Überlastung oft nicht mehr ertragbar. Nach Jahren körperlich anstrengender Arbeit kann man viele Tätigkeiten nicht mehr mit so viel Elan erledigen wie früher. Das ist selbstverständlich keine Schande. Die Zeit jedoch, in der auf das fortgeschrittene Alter der MitarbeiterInnen Rücksicht genommen wird oder werden kann, scheint vorbei. Die Arbeit muss einfach auf mehr Personal aufgeteilt werden, damit es eine Entlastung geben kann!

Good old times

Good old times

22 Patienten, teils Überwachungs- und Katecholaminpflichtig, oftmals delirant. Dazu häufig eine Besetzung mit bis zu drei diplomierten Pflegepersonen ohne zusätzliche PflegehelferInnen oder Servicekräfte. Diese Rechnung geht nicht auf und ein solcher Betreuungsschlüssel birgt eine Traumauflage für Patientengefährdung.
Damit konfrontiert durfte unser Team aus der Pflegedirektion letztens Folgendes vernehmen: „Wenn es zu einem Personalmangel kommt, dann muss unser hoher Anspruch angepasst werden. Und da kann es sein, dass nicht jeder Patient die gleiche gute Pflege bekommt.“ Willkommen in der guten alten Zeit! Seit 1980 dürfte sich, sobald Pflege eine Frage des Geldes aufwirft, die altbewährte Regel „Warm-Satt-Sauber“ gut in den Führungsriegen gehalten haben. Auch in einem renomierten Ordensspital…
Aufbruch traditioneller Positionen in Pflege und Medizin?

Aufbruch traditioneller Positionen in Pflege und Medizin?

Das AKH steckt in traditionellen Rollenbildern fest: Immer wieder ertappe ich mich selbst dabei, Teil dieses Systems zu sein und mich der informellen Regeln und traditionellen Rollenbilder zu unterwerfen. Oder ist es eine beginnende Resignation, ein Abfinden mit den entstandenen Strukturen mit denen insbesondere junge Pflegekräfte kämpfen?

Die von Leonard Stein in den 60er Jahren als „doctor-nurse-game“ beschriebene interdisziplinäre Zusammenarbeit von Pflegepersonal und ÄrztInnen ist Alltag im AKH: männliche-medizinische Autorität wird durch die Verleugnung weiblich-pflegerischer Kompetenz aufgebaut. Die Krankenschwestern stellten die autonome Führungsposition und das alleinige Entscheidungsrecht des Arztes nicht in Frage. Ärztliche Tätigkeiten erfuhren eine hohe Wertschätzung, wohingegen pflegerische Aufgaben nicht als kompetent und professionell definiert wurden. Die Schwestern mussten ihr Erfahrungswissen vorsichtig einbringen, um das medizinische Wissensmonopol nicht anzugreifen. Das AKH erscheint auch im Jahr 2016 wie ein Zeitkapsel, traditionelle Rollenbilder werden bewusst und unbewusst gelebt, auch wenn sich die Profession und Geschlechterrollen in beiden Berufsgruppen stetig verändern. Viele Pflegekräfte kennen dieses Spiel nur allzu gut, doch die Frage stellt sich wie neue Spielregeln entworfen werden können? Im „doctor-nurse-game“ gelten Pflegefachkräfte als SpielverderberIn, wenn sie offen Konflikte ansprechen. Vielleicht entscheide ich mich ab heute SpielverderberIn zu werden, um das traditionelle Spiel dieser zentralen Berufsgruppen im AKH zu beenden.

Falsche Freunde Regierung, Migration und Kapitalismus

Falsche Freunde Regierung, Migration und Kapitalismus

Über 60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht vor Krieg, Hunger, Armut und Dürre. In Europa setzen die Regierungen auf Abschottung und rechte Parteien proklamieren den Kampf der Kulturen. Sie beschwören eine nationale Einheit gegen das Fremde, um unseren Lebensstandard in Europa zu halten. Doch ist der Kapitalismus heute überhaupt in der Lage diesen zu sichern? Weil die angeblichen Heimatschützer kürzen was das Zeug hält bei der eigenen Bevölkerung, die sie vor dem Fremden schützen wollen. Auf der anderen Seite wenden sich die Menschen aus Angst vor Armut und Zerfall der Gesellschaft religiösen Vertröstungen zu. Die Gesellschaft dividiert sich immer mehr auseinander. Steuert der Kapitalismus auf direktem Wege in Richtung Chaos?

Rechte Regierungen = Regierungen der Bosse

Seit einigen Jahren erhalten in ganz Europa rechte Parteien immer mehr Zuspruch und WählerInnen. Hierzulande kann man sehr gut sehen, was eine rechte Regierung für die arbeitende Bevölkerung bedeutet. In ihrem Wahlkampf haben die jetzigen Regierungsparteien ganz auf das Thema „Ausländer“ gesetzt. Man stellte das Thema über alle anderen und überzeugte die Wählerschaft davon, dass das die Mutter aller Probleme sei. Doch was sie damit erzeugen ist, dass ein Teil der arbeitenden Bevölkerung gegen den anderen ausgespielt wird. So lässt sich leichter die Politik ihrer Freunde aus der Wirtschaft umsetzen, die natürlich nicht wollen, dass sich die Leute gegen ihre Vorhaben wehren. Die reale Politik dieser Regierung scheint eben gänzlich der Befriedigung der Bedürfnisse der Wirtschaftskammer und Konzerne zu dienen und nicht der arbeitenden Bevölkerung. Das sieht man an Neuerungen wie z.B. dem 12-Stunden-Tag und der 60-Stunden-Woche, der Mindestsicherung-Neu, der Abschaffung der Notstandshilfe usw. Es ist keine Verschwörungstheorie zu behaupten, dass hinter der jetzigen Politik ganz klar Interessensgruppen aus Finanz und Wirtschaft stehen.

WIR gegen SIE

In vielen Ländern Europas, wie z.B. in Österreich, Italien, Ungarn und Polen, verkauft man den Menschen den „Kampf der Kulturen“ als Hauptproblem, also ein WIR gegen SIE. Diese Politiker geben den MigrantInnen die Schuld an bestehenden Problemen und bespielen eigentlich nur dieses Thema. Das liegt daran, dass sie der Wählerschaft nichts anderes zu verkaufen haben als die Anti-Migrations -Politik. Die Migration an sich ist nur Ausdruck von Armut, Kriegen und Politik die sich gegen die dortige Bevölkerung richtet aber kein böswilliger Akt. Die wahren Probleme der arbeitenden Menschen werden hier als auch dort unter den Tisch gekehrt, Feindbilder werden geschaffen und falsche Ideologien gestärkt. So lange ist auch kein Ende der Massenflucht so vieler Menschen in Aussicht, denn die Armut bleibt und Konflikte, die zu Vertreibung führen, werden auch so nicht gestoppt. Unsere heutige Politik hier als auch dort wird keine Lösungen für die Probleme der Menschen schaffen, sondern sie vielmehr weiter in die Arme ihrer Feinde treiben.

Die Feinde der ArbeiterInnen

Aus einer gespaltenen Gesellschaft, die durch das WIR gegen SIE bestimmt ist, kann nur die Regierungen Nutzen ziehen, um ihre Interessen besser durchsetzen zu können. Die Identifikation findet auf ganz anderen Ebenen statt. Die einen glauben denen, die Österreich gegen das Fremde verteidigen wollen, die anderen glauben ihren Imamen, Pfaffen oder dergleichen und interessieren sich gar nicht mehr für die weltlichen Probleme. Sie alle nutzen diese Situation für ihre Politik oder Glaubensrichtung aber schlussendlich handeln sie immer gegen ihre eigenen Anhänger wie wir nur zu oft beobachten konnten und können.

Das falsche WIR

Doch wer ist in Wirklichkeit dieses ominöse WIR, das so viele für sich gepachtet haben? Alle ÖsterreicherInnen oder alle Muslime als Einheit aufzufassen entspricht nicht der Realität. In diesen zusammengefassten Gruppen gibt es zu viele Widersprüche und entgegengesetzte Interessen. Ein österreichischer Multimillionär, dem unzählige Firmen gehören, hat andere Interessen und Vorstellung für sein Österreich als die ArbeiterInnen, die für ihn arbeiten. Er wünscht sich alles Erdenkliche vom Staat, um seine Gewinne zu maximieren, und die ArbeiterInnen wollen faire Arbeitsbedingungen und gute Löhne. Mehr als den Begriff „Österreich“ haben sie nicht gemein. Dasselbe gilt für den muslimischen Scheich und den muslimischen Arbeiter. Der österreichische Arbeiter hat wesentlich mehr gemeinsame Interessen mit dem muslimischen Arbeiter. Es liegt an uns, zu erkennen, wer WIR sind. Es gibt es nur ein WIR als Interessensgemeinschaft die uns vorwärts bringen kann und zwar die als Arbeitende dieser Welt. Als solche müssen wir uns zusammentun und konsequent gegen all diese Heuchelei, sei sie nun nationalistisch oder religiös, stellen.

Zukunft?

In der heutigen Zeit gibt es für Regierungen kaum mehr Spielraum um Zugeständnisse an die Bevölkerung wie Lohnerhöhungen, Gemeindewohnungen etc. zu machen. Unser Wirtschaftssystem ist seit Langem in der Krise und unser Lebensstandard wird immer weiter abgebaut werden. Die Löhne mögen vielleicht ein bisschen steigen, aber dafür explodieren z.B. die Lebenserhaltungskosten. Um weiter Profite erwirtschaften zu können brauchen die KapitalistInnen billige Arbeitskräfte, was sie durch einen Angriff auf ArbeitnehmerInnenrechte erreichen. Das alles werden sie mit dieser falschen Einheit auch durchsetzen können. Der Kapitalismus wird nicht einfach so zerbrechen, dafür werden die Leute, die von ihm profitieren, schon sorgen. Sollte sich aber nichts drastisch ändern steuern wir immer mehr in Richtung Chaos.

AUVA

AUVA

Jetzt wird es ernst mit den Kürzungsplänen der Regierung. Zwar sind die Schließungen verschiedener Einrichtungen der AUVA vom Tisch, dennoch verspricht die AUVA „Reform“ nichts Gutes für die Beschäftigten. Langfristig sollen 430 Millionen eingespart werden, davon alleine 130 in der Verwaltung. Das bedeutet, dass mehr als 300 Stellen dort nicht nachbesetzt werden, was einer Massenentlassung gleichkommt. Die Umwandlung in eine GmbH ist zwar keine direkte Privatisierung, öffnet aber einer solchen Tür und Tor. Zusätzlich sollen Leistungen an die Krankenkassen übertragen werden, ein Geschenk für Unternehmen, denn die Krankenkassen finanzieren sich zu einem großen Teil durch uns „ArbeitnehmerInnen,“ während die AUVA Beiträge der „Arbeitgeber“ übernimmt. Im Großen und Ganzen geht die Reform auf Kosten von uns ArbeiterInnen. Auch wenn die Ankündigung lautet keine Stellen bei der Pflege, den ÄrztInnen und anderem medizinischen Personal zu streichen, wird der Spardruck auch dort früher oder später zum Tragen kommen.

Regierung legalisiert Sozialbetrug

Regierung legalisiert Sozialbetrug

Still und heimlich soll ein neues Gesetz verabschiedet werden. Das brisante dabei: Unternehmen, die ArbeiterInnen nicht oder verspätet anmelden, sollen – statt wie bisher maximal 50.000 Euro – nur noch 855 Euro zahlen müssen und das für alle Fälle zusammen. Nach heftiger Kritik möchte die Regierung angeblich bis Sommer „nachbessern“ Wenn dieses oder ein ähnliches Gesetz kommt, dann würde das defacto Straffreiheit für Sozialbetrug durch UnternehmerInnen bedeuten.

Gerade Großunternehmen und Konzerne würden sich damit hunderttausende Euro sparen. Bei einer Strafe von 855 Euro pro Unternehmen würde sich Sozialbetrug immer rentieren. Für viele ArbeiterInnen, vor allem in unsicheren Arbeitsverhältnissen, würde das den Verlust der Sozialversicherung bedeuten. Die Chefs werden sie einfach vor die Wahl stellen: Job oder Versicherung.

Was uns ArbeiterInnen mit dem Syrien-Krieg verbindet

Was uns ArbeiterInnen mit dem Syrien-Krieg verbindet

Syrien, Irak, Afghanistan, Jemen, Ukraine: Was diese und noch viele andere Staaten eint, ist der seit Jahren andauernde, opferreiche Kriegszustand, in dem sie sich befinden. Aber sie haben nicht nur das gemeinsam. Jeder einzelne dieser Kriege ist durch die massive Einmischung fremder Mächte bestimmt und am Leben gehalten. Westliche und östliche Zentren kämpfen in all diesen Ländern gegen das, was sie gerne „Terrorismus“ nennen. Doch was hat das mit dem „neutralen“ Österreich zu tun? Oder genauer: Was geht das uns österreichische ArbeiterInnen an?

Am 20. Jänner eröffneten türkische Truppen die Bodenoffensive in Nordsyrien. Sie besiegelten damit das Leben von bisher mehr als 2000 Menschen, darunter knapp 300 ZivilistInnen [Stand 18.3.2018]. Diese wurden u.a bei der Bombardierung des Krankenhauses von Afrin (einer größeren

Stadt im gleichnamigen kurdischen Kanton) getötet oder im Zuge der Eroberung der Stadt massakriert. So gab es Meldungen von Enthauptungen durch islamistische und der Türkei treue Kämpfer der „Freien Syrischen Armee“ (FSA), einer militärisch-politischen Kraft, die nach wie

vor vom Westen und seinen Medien als progressive, demokratisch gesinnte Gruppe dargestellt wird.

Das traurige und aktuelle Beispiel zeigt, wie stark sich imperialistische Interessen direkt auf Leben und Tod vieler Menschen auswirken. In Afrin stehen sich ein Großteil der Fraktionen des seit 2011 tobenden syrischen Bürgerkriegs gegenüber: Das NATO-Mitglied Türkei greift mithilfe der FSA und ehemaliger IS-Kämpfer kurdische Milizen an, die noch bis vor kurzer Zeit aktiv von der NATO Führungsmacht USA unterstützt wurden. Russland, das ebenfalls in Syrien maßgeblich mitmischt, gab dafür das Okay, verhält sich seitdem zahm und willfährig gegenüber den türkischen Verbündeten und macht der ethnischen Säuberung Afrins den Weg frei. Die Truppen des Assad-Regimes, also des eigentlichen syrischen und von Russland unterstützten Machthabers, beziehen unterdessen an den Grenzen zum kurdischen Territorium Stellung. Keine dieser Fraktionen interessiert sich auch nur im Geringsten für den unrechtmäßigen und mörderischen Angriffskrieg der Erdogan-Türkei. Ähnlich ignorant verhalten sich sowohl russische als auch westliche Medien, die von den drohenden ethnischen Säuberungen und der Völkerrechtswidrigkeit der türkischen

Offensive nicht zu berichten wissen.

Völkerrechtswidrig?!“…

… mag man jetzt fragen und sich vielleicht an die Annexion der Krim-Halbinsel durch Russland im Jahr 2014 erinnern. Da gab es nämlich im Gegensatz zu heute einen großen medialen und politischen Aufschrei: Sanktionen folgten auf Sanktionen und nahmen bis heute kein Ende. Jeder und jede, der/die regelmäßig die bürgerliche Presse über sich ergehen lässt, kann mittlerweile wohl beurteilen, wie hier von den westlichen Medien mit zweierlei Maß gemessen wird – Manipulationen und bewusstes Verschweigen von Fakten miteingeschlossen. So wird etwa konstant verschwiegen, dass die ukrainische Maidan-Bewegung – zumindest in ihrer militanten Ausformung – zu einem großen Teil von faschistischen, paramilitärischen Gruppierungen getragen war (z.B vom „Pravyj Sektor“). Diese faschistischen Vereinigungen huldigen regelmäßig auf großen Demonstrationen dem ukrainischen Nationalisten und ehemaligen Nazi-Kollaborateur Stepan Bandera, verwüsten Einrichtungen linksgerichteter Organisationen und zündeten am 2. Mai 2014 das Gewerkschaftshaus von Odessa an. Bei dem Brand starben 48 Menschen.

Was hat Österreich damit zu tun?

Glaubt man der ewigen Rede von Österreichs nobler Neutralität, könnte man sich berechtigterweise über die politische Meinungsmache in den Medien wundern. „Aber wir sind doch neutral…“, denken viele und merken nicht, dass sie damit einer immer wieder neu bestätigten Lüge aufsitzen: So befindet sich Österreich nicht nur seit 1995 in einer NATO-Partnerschaft,

sondern ist seit dem Vertrag von Lissabon auch Teil einer EU-weiten „Sicherheits- und Verteidigungspolitik“. Zudem hat die österreichische Regierung im Dezember 2017 das Militärabkommen PESCO unterzeichnet und verpflichtet sich damit einer stetigen Aufrüstung im Rahmen der EU. Österreich ist also weder faktisch neutral, noch kann man, wie oben erklärt wurde,

den österreichischen Medien darin vertrauen, eine „objektive“ Darstellung (außen-) politischer Sachverhalte zu liefern. Aber ist das alles überhaupt möglich? Bürgerliche Politik für‘s Kapital

Nein, es ist nicht möglich. Und man sollte auch keine Illusionen darauf verschwenden und von einer bürgerlichen Regierung die Einhaltung einer wie auch immer gearteten „Neutralität“ erwarten. Für uns KommunistInnen ist „bürgerlich“ hier aber ein Schlüsselbegriff. Bürgerliche Regierungen, bürgerliche Medien usw. sind Institutionen, die für die kapitalistische Klasse arbeiten.

Sie erzählen uns immer wieder von Neuem die gleichen Mythen darüber, wie ihrer Meinung nach die Welt funktioniert, was richtig und was falsch ist – und nicht zuletzt, wann welche Mittel zur Durchsetzung von staatlichen Interessen gerechtfertigt sind. Dazu zählen auch Krieg oder wirtschaftliche Sanktionen. Bürgerliche Regierungen erzählen aber nicht nur davon, was sie als wahr und richtig darstellen möchten – sie verschweigen uns auch viel. Unter dieses Schweigen fällt z.B die Frage nach dem wahren Grund für die Armut der Dritten Welt und für die Flucht von Millionen von Menschen. Sie müssen das verschweigen, weil gerade sie der Hauptverursacher der Kriege, Hungersnöte und offen menschenfeindlichen Ideologien sind… Und sie verschweigen uns auch Alternativen zu ihrer ewig gleichbleibenden Welt.

Wenn wir uns als ArbeiterInnen organisieren, dann ist uns bewusst, dass es bei dem Kampf am Arbeitsplatz stets auch um eine größere Perspektive auf das innen- und außenpolitische Geschehen

geht. Es geht darum, sich in erster Linie als Teil einer gesellschaftlichen Klasse zu betrachten, die genau den Reichtum produziert, der von den KapitalistInnen eingestrichen wird. Unsere diesbezügliche Perspektive kann und wird sich nie mit der Sichtweise der Regierungen dieses Systems decken, weil sie über unsere Arbeits- und Lebensrealität genau so lügen wie über die Kriege in anderen Ländern.

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